62 Prozent der Deutschen für neue Schulden

Die Mehrheit der Bevölkerung befürwortet schuldenfinanzierte Wachstumsimpulse, um die Konjunktur anzukurbeln. Bei der Einführung von Euro-Bonds sieht es anders aus.
Eine große Mehrheit der Deutschen stützt Bundeskanzlerin Angela Merkel in der Ablehnung sogenannter Euro-Bonds. Im am Freitag veröffentlichten ZDF-Politbarometer sprachen sich 79 der Befragten gegen gemeinsame europäische Anleihen aus, nur 14 Prozent befürworteten sie.
Allerdings sind nach der Erhebung viele Deutsche bereit, mit neuen Schulden die Konjunktur anzukurbeln. 62 Prozent befürworten schuldenfinanzierte Wachstumsimpulse, 27 Prozent lehnen dies ab.
Zunehmend skeptisch wird der Verbleib Griechenlands in der Eurozone gesehen. Nur noch 31 Prozent der Befragten plädierten für einen Verbleib, 60 Prozent lehnten dies ab. Im vergangenen November hatten noch 41 Prozent dafür gestimmt, Griechenland in der Währungsunion zu halten, dagegen waren 49 Prozent.
SPD rückt von Euro-Bonds ab
Derzeit erwartet jeder zweite Deutsche eher Nachteile, wenn Deutschland in der Euro-Zone bleiben sollte. Für 45 Prozent hat die Gemeinschaftswährung eher Vorteile.
SPD-Chef Sigmar Gabriel machte deutlich, dass die SPD an die Einführung von Euro-Bonds in der klassischen Variante als gemeinsam verbürgte Kreditaufnahme mehrerer Staaten allenfalls auf mittlere Sicht denke.
„Die Euro-Bonds sind etwas, was schon aus verfassungsrechtlichen Gründen in Deutschland nicht von heute auf morgen eingeführt werden kann“, sagte Gabriel im Deutschlandradio. Die SPD habe von Anfang an gesagt, dass dafür die europäischen Verträge geändert werden müssten.