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Krise in Spanien

Bankia benötigt bis zu 20 Milliarden Staatshilfe

Veröffentlicht am 25.05.2012Lesedauer: 2 Minuten
Die spanische Bankia braucht eine weitere Milliardenspritze
Die spanische Bankia braucht eine weitere Milliardenspritze
Quelle: REUTERS/PAUL HANNA

Die Madrider Börse setzt den Handel mit Aktie der zum Teil verstaatlichten Bankia aus. Das Institut war in der Immobilienkrise ins Trudeln geraten und braucht nun eine gewaltige Finanzspritze.

Der Handel mit der Aktie der angeschlagenen spanischen Bank Bankia ist am Freitag an der Börse in Madrid ausgesetzt worden. Wie die spanische Börsenaufsicht CNMV mitteilte, wurde der Titel "vorsorglich und mit sofortiger Wirkung" aus dem Handel genommen. In der Mitteilung hieß es weiter, es gebe Umstände, welche die "normale Kursentwicklung" stören könnten.

Der Aufsichtsrat der im Zuge der Finanzkrise teilverstaatlichten Bank will in einer Sitzung am Nachmittag die Jahresbilanz 2011 und den Rekapitalisierungsplan billigen, der dann an die spanische Zentralbank weitergeleitet wird.

Presseberichten zufolge wird Bankia staatliche Finanzhilfen zwischen 15 und 20 Milliarden Euro fordern. Die Regierung in Madrid plane nun die Schaffung einer großen Bank in Staatshand, in der Bankia, Catalunya Caixa und Novagalicia zusammengefasst würden.

Spanien gerät in den Strudel der Banken

Die Regierung hatte erst am Mittwoch den Finanzbedarf auf mindestens neun Milliarden Euro beziffert. Wirtschaftsminister Luis de Guindos hatte versichert, die Regierung werde den Bedarf der Großsparkasse voll decken.

Die viertgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone droht vor allem wegen der gravierenden Probleme der Banken immer tiefer in den Strudel der Schuldenkrise zu geraten und diese dramatisch zu eskalieren. Die Verluste bei Bankia sind ein wichtiger Grund für die Sorge der Finanzmärkte, dass die Bankenprobleme die Regierung dazu zwingen könnten, Finanzhilfe bei der EU zu beantragen.

Standard & Poor's stuft Bonität Spaniens herab

Angesichts der schwachen Wirtschaftskraft sei es wahrscheinlich, dass sich die Haushaltsprobleme des Landes weiter verschärften. Daher setzt Standard & Poor's die Kreditwürdigkeit Spaniens herab.

Bankia wurde Anfang des Monats in einer Nacht- und Nebel-Aktion teilweise verstaatlicht, weil das Institut die riesigen Verluste aus dem spanischen Immobilien-Crash nicht mehr schultern konnte. Bankia war erst vor zwei Jahren auf staatlichen Druck aus der Fusion schwächelnder Sparkassen entstanden.

Spanien leidet schwer unter den Nachwehen einer vor vier Jahren geplatzten Immobilienblase, die dem Land inzwischen eine zweite Rezession und eine rekordhohe Arbeitslosigkeit eingebrockt haben.

AFP/Reuters/woz

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