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Britische Nutzer können Cookies ablehnen

Netzwelt-Ticker Britische Nutzer müssen Cookies genehmigen

Britische Browser-Nutzer haben künftig die Wahl, ob sie beim Surfen durchs Web Cookies zulassen möchten oder nicht. Datenschutz-Wahlfreiheit geben zahlreiche deutsche Medien-Apps nicht, zeigt "Zapp", Facebook zwingt Städteseiten zur Namensänderung. Das und mehr im Überblick.
Von Carolin Neumann
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

An diesem Wochenende soll ein Umdenken im britischen Online-Geschäft beginnen: Website-Betreiber müssen  künftig das Einverständnis ihrer Nutzer einholen, bevor sie sogenannte Cookies, identifizierende Textteile, auf dem Computer des Internetnutzers speichern. Das Land setzt damit als eines der ersten eine entsprechende EU-Richtlinie um, die dem Verbraucher mehr Kontrolle über seine Daten geben soll.

Seit die Europäische Union die Vorschläge vorgelegt hat, herrscht vor allem Verwirrung darüber, wie sie umzusetzen sind. Während manche fürchten, die Richtlinie käme einem Verbot von Cookies gleich, geht es letztlich eher um Logistik und Nutzerfreundlichkeit. Die Richtlinie sieht vor, dass Nutzer informiert werden müssen, wenn die Häppchen auf ihren Rechnern hinterlegt werden - und ihr Okay geben.

Die BBC beispielsweise  hat sich entschieden, ihren Lesern beim ersten Besuch der Website per "Opt-Out" die Möglichkeit zu geben, Cookies abzulehnen. Dass es umgekehrt auch ein "Opt-In", also die Möglichkeit zur expliziten Erlaubnis, geben kann, zeigt ein Zusammenschluss  von Entwicklern, der unter dem Titel "The Cookie Collective" firmiert und Unternehmen bei der Umsetzung der Richtlinie helfen will.

In Deutschland haben sich die Parteien bisher nicht auf eine Umsetzung  einigen können. Der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar geht davon aus, dass die EU-Richtlinie in Deutschland direkt anwendbar  ist.

Medienmagazin zeigt trügerische Apps

Ein Team der NDR-Sendung "Zapp" hat 100 deutsche iOS-Apps unter die Lupe genommen und festgestellt: In zahlreichen Fällen werden unbemerkt Daten von Nutzern an Dritte weitergereicht. Der Test  konzentrierte sich auf Anwendungen deutscher Medienanbieter und stellte fest, dass etwa bei den Radiosendern von NDR, WDR und BR die UDID, die individuelle Gerätenummer, an den Hersteller übermittelt wurde. Andere Applikationen gaben darüber hinaus sogar Benutzernamen weiter.

Eine vollständige Liste aller getesteten Apps und der jeweiligen Ergebnisse hat "Zapp" bei Google Docs  veröffentlicht. Da beim Herunterladen aus Googles Play Store die notwendigen Genehmigungen erfragt werden, wurden Android-Apps nicht in den Versuch einbezogen.

Facebook will Städte zu Namensänderungen zwingen

München hat es schon hinter sich , nun müssen sich auf Facebook auch andere Seiten mit Städtenamen umbenennen: Auf "Tourismuszukunft"  ist zu lesen, das Unternehmen habe den entsprechenden Seitenbetreibern E-Mails mit der Aufforderung zur Namensänderung geschickt. In den Kommentaren schreibt etwa jemand als Matthias Rothermund, Geschäftsführer von Dortmund Touristik e.V., er habe ebenfalls eine solche Benachrichtigung erhalten und man berate nun über das weitere Vorgehen.

In den Facebook-Richtlinien  steht klar, dass der Seiten-Name kein generischer Städtename sein darf. "Heise"  fasst die Begründung so zusammen: Nicht jeder, dem eine Stadt gefällt, mag automatisch auch deren Marketing-Organisation.

Laut "Tourismuszukunft" haben die betroffenen Betreiber drei Wochen Zeit, ihrer Seite einen neuen Namen zu geben, wenn sie nicht die Adminrechte verlieren wollen. Der Fall der Seite von München - inzwischen umbenannt zu "Stadtportal München"  - lässt aber ahnen, dass sich nicht nur der Name ändert. Denn nicht alle der 400.000 Fans der Seite, die angeblich mit der neuen Vanity-URL umgezogen werden sollten, sind jetzt auch noch mit dabei.

Auch das noch:

  • Felix Roque unter Hacking-Verdacht : Das FBI hat den Bürgermeister von West New York (New Jersey) und seinen 22-jährigen Sohn verhaftet. Sie sollen sich illegal Zugang zu E-Mails und dem Domainverwalter GoDaddy.com verschafft haben, um dann eine Website zu schließen. Recallroque.com forderte die Bürger dazu auf, Roque abzuwählen.
  • Noch mehr offline shoppen mit Paypal : Der Online-Bezahl-Dienst baut seinen Service in der echten Welt aus und hat 15 namhafte neue Partner für sein Offline-Projekt vorgestellt. Dazu gehören zum Beispiel Barnes & Noble, Foot Locker oder Toys 'R' Us. In dieser Woche hat Paypal die neue Zahlungsmethode zunächst in 2000 US-Filialen der Kette Home Depot gestartet.
  • Eine kuriose Geschichte erzählt ein 20-jähriger Gründer  aus den USA: Er habe während der Start-up-Phase heimlich im AOL-Headquarter gewohnt, ohne bemerkt zu werden.

  • Loser in die letzte Reihe: Techcrunch schreibt , warum das Crowdfunding-Portal Kickstarter fehlgeschlagene Projekte versteckt.

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